Mein Fotomarathon München 2013 – #FMM13

Vorweg: Bin ich zufrieden mit meiner Serie? Ich weiß es nicht. Werde ich 2014 wieder mitmachen? Selbstverständlich!

Gestern war es also soweit, der zweite Fotomarathon München ist über München hinweggerollt – ich denke der Begriff ist ganz passend wenn man bedenkt, dass 300 Teilnehmer, viele mit Begleitung, um Punkt 11 Uhr losstürmen um ihre Aufgaben zu lösen. Fotomarthon bedeuten: 1 Tag, 8 Stunden, 1 Ober-Thema, 12 Themen/Aufgaben, in vorgegebene Reihenfolge, direkt aus der Kamera, keine Bearbeitung. Die genauen Regeln findet ihr auf der Fotomarathon München Webseite.

Das diesjährige Oberthema lautete „Mia schau’n bayrisch!„, was soviel meint wie „wir gucken bayrische TV Serien“, denn die 12 Themen, die es umzusetzen galt. waren allesamt Titel bayrischer Fernsehserien vergangener Tage. YUHU! Ich bin kein Bayer (will es auch nicht sein), ich habe absolut keine Beziehung zum bayrischen Lokalpatriotismus (das ist noch nett und kurz ausgedrückt), ich schaue eigentlich nie deutsche Serien (damals und heute nicht), ich schaue eigentlich nie Kriminalserien (was die meisten sind) und ich kenne keine der genannten 12 Serien (mit Ausnahme einiger Namen und Ausschnitte). Tja – meine Euphorie über das Thema hielt sich entsprechend in Grenzen.

Mein Ziel war es also, mich mehr an dem tatsächlichem Titel, als an dem Inhalt der sich dahinter verbergenden Serie zu orientieren. Also auf geht’s und durch da! Schließlich ist das ein Marathon und keine Spaßveranstaltung. Also rein in die 12 Themen:

Thema 1: Löwengrube

Thema 1: Löwengrube #FMM13
Was ich nicht wollte: Irgendwelche Löwen abfotografieren, die es in München ja zu Hauf gibt.
Was ich machte: Löwen = TSV 1860, Grube = Stadion. Allianz Arena = zu geleckt, zu wenig Grube. Also auf nach Giesing zum alten 60er Stadion. Da ich nicht rein kam und somit meine eigentliche Idee (Grube = von oben herab) nicht umsetzten konnte, liefen wir um das alte Station, machten ein paar Aufnahmen und entschieden uns am Ende für diese. Die einzigen Teilnehmer die um das Stadion liefen waren wir nicht aber viele sind offenbar nicht auf diese Idee/Assoziation gekommen.

Thema 2: Weißblaue G’schichten

Thema 2: Weißblaue G’schichten #FMM13
Was ich nicht wollte: Bayrische Fahne, blauer Himmel mit weißen Wolken.
Was ich machte: Heimvorteil! Ich hatte sofort eines meiner beliebtesten Bilder bei Flickr im Kopf, das auf weiß und blau reduziert ist. Das Wetter spielte ja zum Glück mit- also auf zum Jakobsplatz und das Foto (noch mal) machen.

Thema 3: Ein Münchner im Himmel

Thema 3: Ein Münchner im Himmel #FMM13
Was ich nicht wollte: Bayrische Fahne, blauer Himmel mit weißen Wolken.
Was ich machte: Irgendwie, warum auch immer, hatte ich sofort das P1 im Kopf. Der Schicki-Micki Partyhimmel. Das ganze ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Thema 4: Monaco Franze

Thema 4: Monaco Franze #FMM13
Was ich nicht wollte: Zur Münchner Freiheit fahren und die Monaco Franze Statur fotografieren.
Was ich machte: Das einzige was mir spontan zu dem reinen Titel einfiel war das „Monaco di Baviera“ Schild vor dem Baureferat-Gartenbau an der Isar in Haidhausen. Vom P1 sind wir also mit dem Car2Go Smart dort hin. Einfach nur ein Schild abzufotografieren war mir irgendwie zu öde und ich tat mich unglaublich schwer damit es irgendwie in Szene zu setzen. Da ich aber keinerlei andere Idee hatte machte ich ein „OK’es“ Bild von dem Schild und wir machten uns von dort auf in Richtung Glockenbach-Viertel um etwas für das nächste Thema zu finden, bei dem es auch noch keine konkrete Idee gab. Und wie der Zufall dann so wollte, fand ich auf dem Weg dorthin einen Laternenpfahl mit diesem Sticker mit Monaco Franze drauf, fotografierte ihn und entschied mich am Ende für dieses Bild und nicht für das „Monaco di Baviera“ Schild. Statt einem einfachen Foto der Statur habe ich jetzt ein einfaches Foto von einem Sticker. Aber hey, es ist ein unglaublich cooler Sticker und habt ihr das Bokeh gesehen? Bokehlicious! bigsmile

Somit ist dieses Thema das einzige bei dem ich tatsächlich Bezug auf die Serie hinter den Titel nehme – allerdings ist Monaco Franze so sehr Kult, dass es eigentlich schon ein feststehender Begriff ist und dieser Serien-Titel eh nicht viel Spielraum lässt.

Thema 5: Irgendwie und Sowieso

Thema 5: Irgendwie und Sowieso #FMM13
Was ich nicht wollte: –
Was ich machte: Ein Titel bei dem man eigentlich alles und nix hätte fotografieren können. Ich machte letztendlich einfach ein paar Fotos von Motiven, die mir auf dem Weg zum Sendlinger Tor ins Auge fielen und „irgendwie und sowieso“ zum Thema passten. Ich fand hier den 50:50 Schnitt „irgendwie“ spannend und der Besen tut „irgendwie“ seinen Job als Poller aber durch kommt „sowieso“ kein Auto.

Thema 6: Königlich bayrisches Amtsgericht

Thema 6: Königlich bayrisches Amtsgericht #FMM13
Was ich nicht wollte: Ein Bild vom Amtsgericht machen.
Was ich machte: Ein Bild vom Amtsgericht. Ich suchte verzweifelt eine hübsche Waage, eine frei stehende Wippe vor einheitlichem Hintergrund oder so. Nichts. Da ich eh schlechte in der Zeit war und zur Halbzeit erst 5 statt 6 Bilder im Kasten hatte, machte ich also das, was wohl die meisten taten. Ich versuchte es irgendwie auf meine Weise zu tun.

Thema 7: Zur Freiheit

Thema 7: Zur Freiheit #FMM13
Was ich nicht wollte: München Freiheit, in Richtung Münchner Freiheit.
Was ich machte: Reisen = der Weg zur Freiheit, dem Ausbruch aus dem Alltag. Der Flughafen ist in München ja bekanntlich zu weit weg und wir waren eh gerade in der Nähe des Hauptbahnhofs. Das Motiv mit dem Prellbock gefiel mir noch besonders gut, denn München ist ein Sackbahnhof und ganz tief in Deutschlands Süden. Das Ende von Deutschland ist also der Weg zur Freiheit wenn man in die andere Richtung schaut! (hier kam mein Norddeutsches Herz sehr stark hervor, oder?)

Thema 8: Die schnelle Gerdi

Thema 8: Die schnelle Gerdi #FMM13
Was ich nicht wollte: Ein Taxi fotografieren (darum geht’s wohl in der Serie)
Was ich machte: Die Freundin ins Dirndl gesteckt, um sie zu einer „bayrischen Gerdi“ zu machen und sie auf mein Longboard gestellt – taaadaaa: fertig war die „schnelle Gerdi“! bigsmile

Thema 9: Kir Royal

Thema 9: Kir Royal #FMM13
Was ich nicht wollte: Ein Bild von einem Glas mit einer roten, prickelnden Flüssigkeit.
Was ich machte: Ein Bild von einem umgekippten Glas mit auslaufender roten Flüssigkeit in einer dreckigen, dunklen Umgebung. Gesellschaftskritik und so, you know? wink

Thema 10: Der ganz normale Wahnsinn

Thema 10: Der ganz normale Wahnsinn #FMM13
Was ich nicht wollte:
Was ich machte: Ein Bild vom Oktoberfestaufbau. Warum? Ich halte die Wiesn für den absoluten Wahnsinn und meine das absolut nicht positiv. Dennoch ist dieses primitive Massenbesäufnis für viele eine völlig normale Geschichte. Ich finde das Wahnsinn, wahnsinnig daneben. Wahnsinn auch, dass der Aufbau Monate vorher beginnt – verrückt! (Oh, schon wieder Gesellschaftskritik – auch Wahnsinn! ;))

Thema 11: Der Alte

Thema 11: Der Alte #FMM13
Was ich nicht wollte:
Was ich machte: Da ich eh noch auf der Theresienweise war erinnerte ich mich an die Büsten an der Bavaria. Also schnell hoch da und eine Büste knipsen – hat im Endeffekt sogar noch was schön minimales und Linien sind auch drin.

Thema 12: Rama Dama

Thema 12: Rama Dama #FMM13
Was ich wollte:
Was ich machte: Ohne Übersetzung ins Hochdeutsche wäre ich hier ziemlich aufgeschmissen gewesen. Rama Dama bedeutet frei übersetzt „aufräumen tuen wir“. Mülltrennung ist die heutige Königsdisziplin des Aufräumen. An dieser Reihe Container laufe ich jeden Tag vorbei und war eh gerade in der Nähe. Also nutze ich die Chance und machte ein Foto das vom Bildaufbau auch an meine „schnelle Gerdi“ erinnert um ein wenig mehr „Serie“ und ein wenig mehr von meinem sonst eher üblichen minimalen, symmetrischen Stil unter zu bringen.

Fazit

Wie man sieht, wurde ich gegen Ende „schlampiger“ – da konnte ich nicht mal mehr genau sagen, was ich nicht will. Aber die Zeit drückt, man wird langsam müde und will nur noch fertig werden. Da fällt es immer schwerer die Spannung zu halten. Grundsätzlich ist es wie im letzten Jahr: Ich kann nicht wirklich sagen ob ich mit meinem Ergebnis jetzt zufrieden bin oder nicht. Die Rahmenbedingungen sind einfach zu „extrem“ und mein „normaler Stil“, meine sonstige Art zu fotografieren „zu speziell“ um sie exakt in ein Format wie den Fotomarathon zu übertragen.

Desweiteren habe ich gemerkt, wie abhängig ich von der Bearbeitung bin um ein Foto zu machen, dass ich auch als gut bezeichne. Ich habe eigentlich nie Bilder, die ich direkt aus dem Cam als gut betitel. Das hat im wesentlichen zwei Gründe: Ich habe zum einen nicht das Equipment um knackig Schärfe und harte, kontrastreiche Bilder zu machen und zum Anderen ist meine Art zu Fotografieren eben eher der „Knips-Stil“, da ich auch weiß was ich später mit Lightroom noch raus machen kann und will. Stative und stundenlanges justieren von Parametern beim Fotografieren sind einfach nicht mein Ding. Blöd für mich, dass es eben beim Fotomarathon um SOOC (Straight Out of the Camera) geht.

Ich glaube eh – und das ist nicht negativ gemeint, dass Fotomarathon eben auch bedeutet zu lernen Kompromisse zu machen und diese einzugehen. Diese dann zu bewerten und „hinzunehmen“ fällt mir aber noch (ungemein) schwer.

Und sonst so?

Wie schon 2012 hat sich auch dieses Jahr der Fortbewegungsmittel-Mix als sehr effektiv herausgestellt. Zu Fuß laufen und ÖPNV sind einfach am flexibelsten, gerade wenn es um streunen und suchen geht. Das Fahrrad habe ich wie auch letzten Jahr am Ende hinzugeholt, als ich genau wusste was ich wo will und wie die Route ist. Neu hinzugekommen ist dieses Jahr CAR2GO Drive Now wäre auch OK gewesen aber immer wenn ich ein Auto brauchte war eben ein weißer Smart in meiner Nähe. Diese floating Car-Sharing Dienste sind im Falle des Marathons Ideal um längere Strecken zu überwinden, bei denen der ÖPNV eher umständlich ist. Am Ziel angekommen lässt man das Auto eben einfach stehen und macht weiter wie es am Besten passt.

Während ich beim FMM12 alleine unterwegs war, hatte ich dieses Jahr meine Freundin als „Chief Assistant“ dabei – deswegen auch dieser fürchterliche „ich/wir“-Mix da oben im Text. Sie gab mir tolle Tipps, hatte gute Ideen, half mir Fotos zu bewerten, Motive zu finden und baute mich auch auf wenn ich mal frustrert war der Ideenlosigkeit wegen. Ich trug das Equipment, sie die Verpflegung – eben ein spitzen Team. Sie hatte sich nach meinem Berichten 2012 selber darauf gefreut beim nächsten mal mit zu kommen und freut sich auch schon auf nächstes Jahr, was mich wiederum freut.

DANKE AN DAS GANZE TEAM HINTER DEM FOTOMARATHON MÜNCHEN! IHR MACHT EINEN SUPER JOB UND BEREITET ALLEN TEILNEHMERN EINEN TOLLEN TAG! DANKE! ICH FREUE MICH AUF DEN #FMM14!

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Andere Erfahrungsberichte (wird aktualisiert):

13 Kommentare

  1. Sehr coole Serie & Story.
    Ich finde nicht, dass die Bilder zum Ende hin nachlassen. Ganz im Gegenteil. „Kir Royal“ und Rams dams“ gefallen mir sogar am besten.
    Viel Glück
    matmaxx

  2. Gefällt mir gut deine Serie!
    Schön das du zu jedem Bild geschrieben hast was du wolltest und was rauskam.
    Nächstes mal muss ich das auch mal mit dem Car-Sharing probieren…. oder ich verzichte auf Glas ^^

  3. Pingback: Fotomarathon München – Teil 2 | pixelmacher

  4. Danke für den Pingback und Deinen Bericht. Schöne Serie und gute Idee mit den Erläuterungen zu Deinen Bildern. P.S.: Ich hoffe es ist Dir Recht, dass ich Deine Linkliste bei mir reingesetzt habe…

  5. Ah! Noch ein Norddeutscher in Bayern! :-) Moin!
    Danke für den interessanten Bericht und die Linkrecherche. Es ist witzig (und tröstlich) zu lesen, daß es Dir ähnlich ging, wie Martin und mir auch – und wahrscheinlich den meisten anderen… Irgendwann verlässt jede/n mal die Inspiration und /oder das Fotografenglück. Es kochen eben alle nur mit Wasser. Hut ab jedenfalls vor Deiner Bilderserie – hat mir gefallen.
    Gruß von Stefan

  6. Pingback: Nummer 5 lebt – und ist mächtig stolz: Mein #FMM13 Erfolg! | domlen

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